Luhmanns Zettelkasten
bleibt in Bielefeld
Die Universität Bielefeld erwirbt mit Hilfe der Krupp-Stiftung und
des Stifterverbandes den wissenschaftlichen Nachlass von Niklas
Luhmann.
15. Juni 2011
Die Universität Bielefeld hat den Nachlass des Soziologen Niklas Luhmann
(1927-1998) gekauft. Darin enthalten ist auch dessen berühmter Zettelkasten.
Ermöglicht wurde der Kauf durch die finanzielle Unterstützung der Alfried
Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und des Stifterverbandes.
Eine entsprechende Vereinbarung der drei
beteiligten Institutionen wurde in Essen von
Prof. Dr. Berthold Beitz, dem Kuratoriums-
vorsitzenden der Krupp-Stiftung (Foto, Mi.),
Prof. Dr. Andreas Schlüter, dem Generalsek-
retär des Stifterverbandes (li.), und Dr.-Ing.
Gerhard Sagerer, dem Rektor der Universi-
tät Bielefeld (re.), unterzeichnet.
An der Universität Bielefeld kann nun ein
Luhmann-Archiv errichtet und der Nachlass
systematisch erfasst und ausgewertet werden.
Hier ist auch mit der Publikation von bisher
unveröffentlichten Texten aus früheren
Schaffensperioden Luhmanns zu rechnen.
Der Begründer der Systemtheorie Luhmann wurde 1969 an die neu gegründete
Universität Bielefeld berufen. Er lehrte und forschte hier bis 1993. Seine Schriften
gelangten zu internationaler Reputation und sind heite aus dem wissenschafts-
theoretischen Diskurs kaum mehr wegzudenken.
Berthold Beitz zeigte sich erfreut, dass der Nachlass Luhmanns nunmehr an
seine Heimatuniversität zurückkehren kann. Diese Rückkehr war nach einem
Rechtsstreit unter den Erben zunächst unsicher. Doch nun konnte der Ankauf
durch die Universität realisiert werden.