Ländercheck:
Der lange Weg nach Bologna
Der erste Ländercheck beschäftigt sich mit der Frage, wie gut die
einzelnen Bundesländer die Ziele der Studienreform erreichen.
Zu Tage traten große Unterschiede zwischen den
einzelnen Bundesländern: Berlin, Brandenburg und
Bremen haben konsequent auf gestufte Studien-
gänge umgestellt und schneiden gleichzeitig gut
in den Kategorien Praxisbezug des Studiums und
Mobilität der Studierenden ab. Diese drei Länder
haben es geschafft, die mit der Strukturreform
anvisierten Ziele zu erreichen, und belegen:
Bologna kann gelingen.
Weniger überzeugen dagegen Nordrhein-Westfalen und Thüringen, die zum
Teil Defizite in puncto Beschäftigungsbefähigung und Internationalität auf-
weisen. Sie haben zwar bereits den größten Teil ihrer Studiengänge auf
die neuen Abschlüsse umgestellt, jedoch die mit der Reform verbundenen
Ziele weitgehend verfehlt.
Hessen und Bayern sind Nachzügler, die durch den Bologna-Prozess noch
gewinnen können. Derzeit erreichen die Länder bei Praxisbezug des Stu-
diums und Mobilität der Studenten durchschnittliche oder unterdurchschnitt-
liche Werte. Da sie aber einen größeren Teil der Umstellung auf Bachelor-
und Masterabschlüsse noch vor sich haben, besteht die Chance, von den
Erfahrungen aus den anderen Bundesländern zu profitieren.
Grundlage für diese Einschätzung ist die Auswertung von 15 statistischen
Indikatoren. Der Ländercheck überprüft regelmäßig den Stand und die
Wirkungen des föderalen Wettbewerbs auf unterschiedlichen Feldern der
akademischen Bildungs- und Innovationspolitik und zeichnet Landkarten
Deutschlands, die Orientierungen bieten für politische Standortdebatten.
Der Ländercheck Bologna als E-Paper: