Stifterverband-webTV:
Ökonomie neu denken – Jenseits der Finanzkrise (IV)
HORIZONTE – Expertengespräche des Stifterverbandes:
Interview mit Thomas Mayer,
Chefsvolkswirt der Deutsche Bank Gruppe und Leiter der Deutsche Bank Research
Ein Gespräch über Paradimenwechsel in den Wirtschaftswissenschaften, das Wegbrechen von Modellen, Vertrauen und Kredit sowie die neuen Anforderungen an die Geldpolitik.
Interview: Timur Diehn
Thomas Mayer über Wirtschaftsmodelle, Paradigmen, Inflation und Geldpolitik ...
- Wir müssen die Finanzkrise, die wir jetzt seit vier Jahren schon durchleben, als Reaktion, als Unfall sehen, nachdem wir sowohl die Geldpolitik als auch unsere Aktionen im Finanzsektor auf mangelhafte Modelle gebaut haben.
- Wir haben den Kredit enorm ausgeweitet, in der Annahme, dass wir diese Beziehungen im Griff hätten. Wir hatten erwartet, dass wir diese Kreditbeziehungen mit unseren Modellen beurteilen könnten. Das hat nicht geklappt. Wir haben diese Kreditbeziehungen nicht richtig verstanden.
- Wir kommen aus einer Situation, wo wir blindes Vertrauen hatten, weil man dachte, man hätte die ganzen Risiken, die in Kreditbeziehungen bestehen, im Griff. Jetzt kommen wir in eine Phase, in der das Vertrauen völlig verloren gegangen ist. Keiner traut dem anderen mehr. Die Banken trauen einander nicht mehr. Das System frisst sich fest.
- Es ist schwer, sich eine moderne Volkswirtschaft ohne Kredit vorzustellen. Wir werden den Kredit nicht loswerden, wir werden ihn weiter brauchen.
- Die Kreditwirtschaft hat uns über lange Zeit ein hohes Realwachstum beschert. Wir müssen aufpassen, dass wir die Kreditzyklen beherrschen – dass wir nicht von gesundem Misstrauen in blindes Vertrauen hineinstolpern, dass dann wieder in blindes Misstrauen umschlägt.
- Wer kauft sich schon seine Kartoffeln auf Kredit? Niemand. Aber sein Haus kauft wahrscheinlich jeder auf Kredit.
Also ist es in einer Kreditwirtschaft sehr viel wichtiger, sich die Entwicklung der Hauspreise anzuschauen als die Kartoffelpreise. Wenn die Hauspreise kräftig steigen, aber die Kartoffelpreise noch unverändert sind, ist das trotzdem Anlass für die Geldpolitik, etwas zu tun. Bisher hat die Geldpolitik praktisch nur auf die Kartoffelpreise geschaut.
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Hotz, Hans schrieb am 2013-04-07 14:05:41
AfD-“Partei“ Diese Initiative von einigen, hellen Köpfen, sollte Mann & Frau begrüßen und nicht wieder sie an den Pranger stellen. Es ist doch fast allen Menschen auf diesem Globus bekannt, dass "die Deutschen" ihren Wohlstand ihrem Fleiß, Erfindungsgeist, Disziplin und Sparsamkeit zu verdanken haben. Warum es ihnen jetzt ihre Identifikation streitig gemacht wird, ist mehr als unverständlich. Hält der Friede nur deshalb, weil es eine "gemeinsame "Währung gibt? Darauf kann ich recht dann herzlich verzichten, wenn es so sei.Und das scheint der Fall zu sein! Wer Frieden und ein Barrieren freies Europa haben will, der muss nicht unbedingt eine Einheitswährung haben. Zu unterschiedlich sind die Länder in ihrer Mentalität, Lebensphilosophie, Umwelt-, Arbeits und sozialen Einstellung, als dass sie Konfliktlos miteinander, langfristig gesehen, auf einen gemeinsamen Nenner kommen könnten. Wer sich hauptsächlich, und das muss offen gesagt werden, über die "gemeinsame" Währung freut, sind die Unternehmer, Banken und Regierungen. Der "Otto-Normalverbraucher" aber nur dann, wenn er/sie verreist. Der kurze Weg zum Tauschbüro, nimmt sicherlich jeder gerne in Kauf, wenn er/sie das Gefühl hat, dass er/sie um seine/ihre Ersparnisse und Gehalt nicht bangen muss. In einer gemeinsamen Währung lauert immer der Verlust nicht nur der Ersparnisse sondern auch der Identifikation. Da "die Deutschen" kaum noch etwas haben, womit sie sich identifizieren können, wäre doch die Auferstehung der DM, die in der Welt immer noch anerkannt und geliebt wird, die „Mark/e“, neben der, der Automobilmarke, mit der sich dann jeder, der hier lebt und "arbeitet", identifizieren kann. Natürlich sollte der neuen Partei nicht nur um die wieder-Einführung der DM gehen, sondern um ein Programm, das auch den Alltag der hier lebenden und „arbeitenden“ Menschen leitet. Der Wähle MUSS das Gefühl haben, dass es für ihn der „Frühling“ ausgebrochen ist, und das langfristig, bzw. für immer.