Regionen im östlichen Europa

"Brücken,  Barrieren und Bilder"
Ausstellung des Leibniz-Instituts für Länderkunde,  Leipzig (IfL)


Goldene Seiten des mittelalterlichen Bulgarien.
Fotografien von Axinia Dzurova und Ivo Hadjimishev; mit freundlicher Unterstützung durch das Generalkonsulat der Republik Bulgarien. Der nahe Fremde / Străinul apropiat.  Ländliches Rumänien 1979-2002


Fotografien von Stephan Drube; mit freundlicher Unterstützung durch das Generalkonsulat der Republik Rumänien

 


Der Beitritt von 12 neuen Mitgliedsstaaten hat eine neue Ära in der Geschichte der Europäischen Union eröffnet.

Mit Ausnahme von Malta und Zypern gehören diese Staaten alle geografisch zu Mittel- und Osteuropa. Am 1.Mai 2004 traten bei: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Ungarn, Tschechien; am 1.Januar 2007 Bulgarien und Rumänien. Der Prozess der Erweiterung war und ist begleitet von großen Hoffnungen und Erwartungen, aber auch von Unsicherheiten und Ängsten. Es wurden "Brücken" gebaut, "Barrieren" mussten überwunden werden, die Wahrnehmung, das "Bild" des anderen wurde deutlicher und genauer.Die Ausstellung vermittelt Kenntnisse zum Thema östliches Europa, EU-Erweiterung und europäische Integration. Texte, Fotos, Grafiken und Karten sprechen ein politisch und geografisch interessiertes Publikum an. Themenschwerpunkte stellen aktuelle Situationen und räumliche Wandlungen im östlichen Europa dar; damit sollen Barrieren abgebaut und durch Brücken ersetzt werden: Verfall und Neubeginn / Anpassungsprozesse / Grenzüberschreitende Beziehungen / Grenzüberschreitende Zusammenarbeit / Ökonomische Entwicklungen / Räumliche Beziehungen.


Goldene Seiten des mittelalterlichen Bulgarien -Fotografien von Axinia Dzurova und Ivo Hadjimishev; mit freundlicher Unterstützung durch das Generalkonsulat der Republik Bulgarien

Die Ausstellung zeigt Beispiele der sogenannten "Kultur des bulgarischen Mittelalters" vom 7. bis zum 19. Jahrhundert: Handschriften, Baudenkmäler, Ikonen- und Wandmalerei.681 gegründet, ist Bulgarien einer der ältesten Staaten Europas. Zeugnisse kultureller Blüte sind bereits aus vorchristlicher Zeit überliefert: die reiche Kultur des antiken Thrakien. Nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches kam Bulgarien in den Einflussbereich von Byzanz. Im Zuge der Christianisierung im 9. Jh. entwickelten hier die "Slawenapostel" Kyrill und Methodius die glagolitische Schrift (Glagolica), das kyrillische Alphabet und führten die slawische Sprache in die kirchliche Liturgie ein. Höhepunkte in der Geschichte waren das erste "Goldene Zeitalter" unter Simeon I. (893-927) und das zweite 1197-1241. Nach einer langen Periode unter der Herrschaft des Osmanischen Reiches(1396-1878) begann im 19. Jahrhundert eine neue Blütezeit, als die Unabhängigkeitsbewegung erstarkte.

www.bulgaria.de;
www.mae.ro;
www.europa-auf-einen-blick.de;
www.ifl-leipzig.de

Der nahe Fremde / Străinul apropiat.  Ländliches  Rumänien 1979-2002, Fotografien von Stephan Drube; mit freundlicher Unterstützung durch das Generalkonsulat der Republik Rumänien.

Die Ausstellung vermittelt ein Bild dörflichen Lebens im Wandel, dokumentiert bäuerliche Architektur und traditionelles Handwerk in Rumänien. Die Fotografien spiegeln eine Sicht, die sich sowohl von Schönfärberei als auch von Klischees unterscheidet, die die Begegnung mit ganz Rumänien ermöglicht, auch über das Dörfliche hinaus. Unterwegs in den Regionen Maramureş, Alba und Sibiu bewegte sich S. Drube in traditionsreichen Gebieten, in denen auch von der UNESCO unter Schutz gestellte Kulturdenkmäler und Naturparks liegen. Er aber besuchte nicht die berühmten Fortifikationen der Daker, die Holzkirchen, siebenbürgischen Dorfburgen, die Wandmalereien der Moldauklöster, sondern Korn-, Säge- und Walkmühlen, Töpfereien, Wachs-treber-, Schnaps- und Ziegelbrenner, Musiker und Freilichtmuseen. Sein Plädoyer gilt dem Erhalt dieser in Europa einzigartigen aber gleichwohl gefährdeten Kulturlandschaft, für die er die Schaffung kultureller Freiräume, sogenannter „Kultur-Schutz-Parks“ propagiert. In einem Filmbeitrag stellt sich Sibiu/Hermannstadt vor, neben Luxemburg Kulturhauptstadt Europas 2007. Sibiu, bis 1919 unter dem deutschen Namen Hermannstadt bekannt, war das wichtigste Zentrum der deutschen Minderheit Siebenbürgens. Noch heute befindet sich hier die größte deutsche Gemeinde Rumäniens, aber auch eine bedeutende ungarische Minderheit seit der Zeit des Österreichisch-Ungarischen Reiches. Dennoch ist Sibiu eine überwiegend rumänische Stadt (95%), der es gelungen ist, die drei genannten Kulturen und weitere von kleineren Minderheiten wie Roma, Slowaken und Ukrainer zu bewahren und zusammenzubringen.

Bulgarien und Rumänien verfügen über Akademien der Wissenschaft mit zahlreichen Forschungseinrichtungen. Die Zusammenarbeit wissenschaftlicher Institute mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Alexander von Humboldt-Stiftung, den Max-Planck- und Fraunhofer-Instituten, sowie dem DAAD ist sehr intensiv.In Deutschland bekannte Schriftsteller sind Elias Canetti, Nobelpreisträger 1981, und Jlja Trojanow, aus Bulgarien; Paul Celan, Eugène Ionesco, Herta Müller, Oskar Pastior, Tristan Tzara aus Rumänien; weltbekannt sind der Künstler "Christo" Javachev, Bulgarien, und der Bildhauer Constantin Brancusi, Rumänien.

 

 

 

 

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