Schreiben auf Berliner Art
Porträts und Zitate berühmter Gäste des Berliner Künstlerprogramms
des Deutschen Akademischen Austauschdienstes DAAD
Eröffnung der Ausstellung und Lesung eines aktuellen Gastes
am 10. Februar, 18.00 Uhr
"Ich werde immer mehr zum Berliner. Schon habe ich ein Marmeladenglas, indem ich Pfennige sammle. Es ist schrecklich, lauter Pfennige mit sich herumzutragen. Sie sind schwer und wertlos. Wenn man mit Pfennigen bezahlen will, wird man schief angesehen.
Also sammeln die Leute sie in Marmeladengläsern und tragen sie zur Bank. Dort werden sie von den Bankangestellten schief angesehen."
Abb.
Ignácio de Loyola Brandão, geboren 1936 in Araraquara,
Brasilien, lebt in São Paulo.
1982 Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD
© Foto: Renate von Mangoldt
"Schreiben auf Berliner Art", so brachte der chinesische Lyriker Yang Lian seinen Aufenthalt und seine Erfahrung als Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD auf den Punkt. Seit 1963 haben mehr als tausend bildende Künstler, Filmemacher, Komponisten und Schriftsteller auf Einladung des Programms als Gäste für ein Jahr in der Stadt gelebt. Das Stipendium, international eines der angesehensten für Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt, wird von unabhängigen Jurys vergeben und ist an keinerlei Bedingungen geknüpft. Viele bedeutende Werke sind in der "Berliner Zeit" entstanden oder entworfen worden. Das besondere Konzept des Künstlerprogramms ermöglicht kreative Freiräume, wodurch vielfach die Spannung zwischen Kunst und gesellschaftlicher Wirklichkeit ertragreich zum Ausdruck kommt. Die Ausstellung zeigt Portraits von über 30 Autorinnen und Autoren, die Gäste des Berliner Künstlerprogramms des DAAD waren, zusammen mit einem Zitat aus einem ihrer Werke - ein kleiner Ausschnitt aus diesem "Laboratorium der Künste". Das Berliner Künstlerprogramm des DAAD wird gefördert aus Mitteln des Auswärtigen Amtes und des Berliner Senats.10. Februar 2011, 18.00 Uhr
Lesung im Rahmen der Ausstellung
Sjón (Island) liest aus "Schattenfuchs"
In Island, heißt es, sei praktisch jeder ein Künstler. „Wir sind so wenige hier. Da wird jedes Talent gebraucht“, sagt Sjón. Er selbst ist ein Multitalent, das die Übergänge von Literatur zu Musik, Film und Bildender Kunst fließend gestaltet. 1962 geboren, veröffentlichte er mit fünfzehn Jahren seinen ersten Lyrikband, kurz darauf gründete er mit Gleichgesinnten die Künstlergruppe Medusa, die in ihren Performances Surrealismus, Dada und Punk miteinander verband. Unter dem Künstlernamen Johnny Triumph trat er mit der Alternative-Band The Sugarcubes auf und sang den legendären Song „Luftgitar“. Für Sängerin Björk schrieb er Texte, auch für Lars von Triers Dogma-Musical „Dancer in the Dark“, und wird mit einer Oscar-Nominierung belohnt. Neben Lyrik schrieb Sjón Opernlibretti, Drehbücher, Kinderbücher – und Prosa.2004 erschien der Roman, der ihm auch international zum Durchbruch als Romancier verhalf und für den er mit dem Literaturpreis des Nordischen Rates ausgezeichnet wurde, „Schattenfuchs“ (dt.2007): Auf knapp 120 Seiten kontrastiert Sjón eine unberührte isländische Schneelandschaft mit den dunkelsten Geheimnissen, die Menschen in sich tragen können. Sjón ist derzeit Gast des Berliner Künstlerprogramms.
Info
Die Ausstellung war zu sehen im
Foyer des Wissenschaftszentrums
vom 1. Februar bis 18. März 2011
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 8-19 Uhr
Rahmenprogramm
10. Februar 2011, 18.00 Uhr
Lesung im Rahmen der Foto-Ausstellung
Sjón (Island) liest aus „Schattenfuchs“
Foyer des Wissenschaftszentrums
vom 1. Februar bis 18. März 2011
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 8-19 Uhr
Rahmenprogramm
10. Februar 2011, 18.00 Uhr
Lesung im Rahmen der Foto-Ausstellung
Sjón (Island) liest aus „Schattenfuchs“
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