Deutscher Zukunftspreis 2000:
MP3-Komprimierung von
Audiosignalen für Internet
und Rundfunk

Mit dieser Innovation wird über die Codierung akustischer Signale

und die Verdichtung des Datenstromes eine Komprimierung von

Musik ohne Qualitätsverlust erzielt.


MP3 ist die heute übliche Kurzbezeichnung für den ISO/IEC-Standard zur
Kompression von digitalen Audiosignalen. Dieser Standard ist Teil der
Familie der MPEG (Moving Pictures Experts Group) - Standards zur digi-
talen Kompression von Audio- und Videosignalen, wie sie heute im digi-
talen Rundfunk und im Internet eingesetzt werden.

MPEG Audio Layer-3 (kurz: MP3) erlaubt die Kompression von Musik-
signalen auf ca. acht Prozent der sonst notwendigen Datenmenge fast
ohne hörbare Unterschiede zum Originalsignal. Damit kann auf einem
Computer zwölf Mal soviel Musik gespeichert werden, Musik über das
Internet zwölf Mal so schnell herunter geladen werden, und bei gegebe-
ner Frequenzzuteilung über digitales Radio können zwölf Mal mehr Rund-
funksender auf Sendung sein.

Die Verfügbarkeit von MP3 als Kompressionsverfahren hat bewirkt, dass
in der Musikindustrie der Paradigmenwechsel von physikalischen Medien
(Schallplatte, MC, CD oder DVD-Audio) hin zur Sicht von Musik als nicht an
physikalische Medien gebundenes Gut beschleunigt in Gang gekommen ist.

Gewinner des Deutschen Zukunftspreises 2000 (Foto: Ansgar Pudenz/Deutscher Zukunftspreis) Gewinner des Deutschen Zukunftspreises 2000
 Dr.-Ing. Bernhard Grill, Prof. Dr.-Ing. Karlheinz Brandenburg  und Dipl.-Ing.
 Harald Popp (v.li.)


MP3 ist heute das Symbol und Markenzeichen für eine neu aufstrebende Industrie
mit "alten" Firmen aus dem Elektronik- und Halbleiterbereich, aber auch neuen
Firmen mit Börsenbewertungen schon im Millardenbereich. Die Produkte dieser
Firmen sind: Halbleiterprodukte zur Encodierung von MP3, MP3-Player, Musikver-
trieb über ISDN oder Internet, Software zur Codierung und Decodierung von
MP3-Daten oder zur Organisation von persönlichen Musikarchiven ("Jukebox-
Systeme"), professionelle Geräte und Radios für den digitalen Rundfunk und
weitere Sparten von professionellen und Consumer-Geräten.

Deutsche Firmen mit erheblichem Umsatz und/oder erheblichen Investitionen in
den Bereich MP3 sind unter anderem: Micronas-Intermetall in Freiburg, Dialog-4
GmbH, Meister Electronic GmbH, Pontis GmbH in Regensburg, Opticom GmbH in
Erlangen. Die Leistungen des Teams erstrecken sich auf drei Phasen der Arbei-
ten an MP3. In den Jahren von 1985 bis 1988 fand die Grundlagenforschung vor
allem am Lehrstuhl für Technische Elektronik der Universität Erlangen-Nürnberg
statt.

Foto: Ansgar Pudenz/Deutscher Zukunftspreis