Ländercheck:
Privater Hochschulsektor
Die neue Analyse des Stifterverbandes vergleicht Größe und Dynamik
des privaten Hochschulsektors.
Der private Hochschulsektor hat sich in den vergangenen Jahren rasant ent-
wickelt – er ist größer und vielfältiger geworden. Private Hochschulen gelten
als Innovatoren im deutschen Hochschulsystem und bilden heute ein kleines,
aber dynamisches Segment im Hochschul- und Wissenschaftssektor.
Während sich die öffentliche Debatte vor allem auf wenige private Hochschulen
mit stark selektiven Managementprogrammen konzentriert, ist die Landschaft in
ihrer Gesamtheit deutlich vielfältiger als weithin bekannt. Das Angebotsspektrum
reicht von der Akademisierung bisheriger Ausbildungsberufe über praxisorien-
tierte Bachelor- und Masterangebote bis zu hoch selektiven interdisziplinären
Angeboten oder Managementstudiengängen. Die Landschaft ist eher fachhoch-
schulisch und weniger universitär geprägt. Die Stärken liegen in der Lehre
und nur an wenigen Hochschulen in der Forschung.
Private Hochschulen besetzen häufig als erste wichtige Nischen im Hochschul-
system. Sie entwickeln zudem neue Strukturen, sind innovativ in der Entwick-
lung neuer Studienformen, experimentieren mit Fernstudienformen, flexiblen
und virtuellen Studienangeboten. Schließlich entwickeln sie Studienangebote,
die eine Akademisierung früherer Ausbildungsberufe zum Ziel haben.
Kategorien |
Bewertung |
Status quo(2008) Dynamik(2000/2008) |
Spitzengruppe Mittelgruppe Schlussgruppe |
Ansprechpartner
Ergebnisse des Länderchecks
im Überblick
Hamburg und Bremen sowie
Hessen haben im Bundesländer-
vergleich den größten privaten
Hochschulsektor. Die vier Bundes-
länder lagen bei allen drei Indika-
toren (Anzahl der privaten Hoch-
schulen, Anzahl der Studierenden
und Höhe der Einnahmen) über
dem bundesdeutschen Durchschnitt.
Einen besonders kleinen priva-
ten Hochschulsektor haben da-
gegen Sachsen-Anhalt, Branden-
burg und Mecklenburg-Vorpommern.
Sie haben jeweils nur eine private
Hochschule. Sachsen hat es als
einziges ostdeutsches Flächenland
geschafft, einen größeren privaten
Hochschulbereich zu etablieren.
Bei den westdeutschen Ländern
ist der private Hochschulsektor in
Rheinland-Pfalz und Bayern unter-
durchschnittlich ausgeprägt.
Schleswig-Holstein ist das einzige
Bundesland, in dem der private
Hochschulsektor in den vergange-
nen Jahren an Größe einbüßte.
Flexible Studienformen sind bun-
desweit wesentliches Profilmerkmal
des privaten Hochschulsektors. Inter-
nationalität und Forschung sind Pro-
filmerkmale weniger privater Hoch-
schulen. Besonders international
sind sie in Bremen und im Saarland.
Forschungsstarke Hochschulen fin-
den sich in Baden-Württemberg,
Bremen, Hessen und Nordrhein-
Westfalen.
Status quo
Dynamik
Spitzengruppe
Mittelgruppe
Schlussgruppe